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Pförtelsteig- und Oswaldtalwiese


In gezielter Pflegearbeit zu artenreichen Bergwiesen

Die „Waldwiese im Oswaldtal bei Waschleithe“, einst eine buntblumige Bergwiese, war seit 1960 der Sukzession preisgegeben. Ab 1988 nahm sich das BUND-Mitglied Werner Ficker der Wiese an. Er entfernte ca. 80 natürlich angesiedelte Fichten mit Wurzelstock und mähte mit der Sense die total verfilzte Grasnarbe, die nur noch wenige Pflanzenarten enthielt. 1989 stellte er den Antrag auf Unterschutzstellung. Noch im selben Jahr wurde die Wiese als FND (Flächennaturdenkmal) unter Schutz gestellt. An der oberen Wiesenkante legte er kleine Steinhaufen in unregelmäßigen Abständen an und schon wenige Jahre später konnten dort Kreuzottern beobachtet werden, teilweise sogar einige Jungtiere. Ebenfalls sind Ringelnatter, Blindschleiche , Bergeidechse, Erdkröte und Grasfrosch zu beobachten. Die Wiese mäht Werner Ficker jedes Jahr in unregelmäßigen Abständen und zu verschiedenen Zeitpunkten mit der Sense, um ein gezieltes Ausfliegen und Ansiedeln der Samen zu erreichen.

Innerhalb von wenigen Jahren ist die Artenvielfalt sprunghaft gestiegen. Durch die exponierte Lage dieser Bergwiese mitten im Landschaftsschutzgebiet „Oswaldtal“ prägt sie entscheidend die Landschaft und ist somit ein Magnet für viele Urlauber und Besucher. Besonders wertvoll ist hier aber auch die Vernetzung der Flächen entlang des Oswaldbaches über den Fischbach bis zu den Quellen des Moosbaches.

Die Wiese wird am unteren Ende von einer alten Trockenmauer begrenzt (Jahreszahl an der Mauer 1836). Von dem dazu parallel verlaufenden Weg kann man die schmale Bergwiese gut beobachten, ohne sie zu betreten.

Das FND „Waldschneise am Pförtelsteig bei Waschleithe“ liegt ca. 1km nordwestlich von Waschleithe und ist eine kleine, dem Fichtenwald abgerungene Bergwiese. Der Standort ist frisch bis trocken und wird von einem kleinen Waldbach tangiert. Auf dieser nährstoffarmen Rodungsinsel konnte sich durch die kontinuierliche Pflege von Werner Ficker eine große Vielfalt an Pflanzenarten entwickeln, die das Gebiet sehr wertvoll machen. In Hinsicht auf die Tierwelt hat das Gebiet nur eine untergeordnete Bedeutung als Rückzugsraum und als eine Art Trittstein. Aufgrund der Eigenart als kleine Rodungsinsel innerhalb eines größeren Forstkomplexes hat diese Bergwiese einen besonderen Reiz und zeigt damit auch die Schönheit unserer erzgebirgischen Landschaft - wo der Mensch sie schätzt und achtet. Denn leider nutzen Wanderer auch manchmal diese schöne Bergwiese als Lager- und Picknickplatz und zerstören damit deren Schönheit und gefährden ihren Bestand.

Wir freuen uns, wenn sich Menschen für die Natur interessieren. Wir weisen aber darauf hin, dass in Schutzgebieten (dazu gehört auch dieses Flächennaturdenkmal) es nicht erlaubt ist, diese zu betreten, zu lagern, zu zelten, Pflanzen zu pflücken oder auszugraben, fremde Pflanzen einzubringen, die Tierwelt zu stören usw. . Der Schutz dient dazu, dass diese Lebensräume , die oft auch noch durch andere Faktoren gefährdet sind, auf Dauer erhalten werden können. Die Einschränkungen haben also ihren Grund! Bitte achten Sie darauf und helfen Sie mit, diese Naturkostbarkeiten zu erhalten!