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Moorwald bei Scheibenberg


Wildnis wagen!

Einen besonders hohen Naturschutzwert haben die Moore im Erzgebirge. Moore gehören zu den letzten naturnahen Lebensräumen überhaupt und nehmen beim Anteil an bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen Spitzenplatz unter den Ökosystemen ein. In den letzten Jahrhunderten wurden zahlreiche Standorte durch Torfabbau und Entwässerung mit nachfolgender Nutzung als land- und forstwirtschaftliche Flächen oder zur Bebauung vernichtet. Aktuelle Gefährdungen sind vor allem Nährstoffeintrag, Entwässerung, Grundwasserabsenkung und Aufforstung. Man schätzt, dass früher etwa ein Drittel der Landesfläche Moore waren. Die Hochmoore des Erzgebirges entstanden nach der letzten Eiszeit. Hochmoore sind in ihrer Wasser- und Nährstoffversorgung ausschließlich auf Regenwasser angewiesen. Sie sind deshalb sehr nährstoffarm und beherbergen aufgrund der extremen Standortbedingungen viele hochspezialisierte, gefährdete Arten wie z.B. Torfmoose, Sonnentau, Moosbeere, Trunkelsbeere und das Scheidige Wollgras.

Wir haben im Jahr 2003 einen 2,7 ha großen Moorwald bei Scheibenberg gekauft. Das Areal liegt knapp außerhalb des FFH-Gebietes „Moore und Mittelgebirgslandschaft bei Elterlein“ an der stillgelegten Bahnlinie Schwarzenberg – Annaberg. Der etwa 5 ha große Birken-Moorwald wurde in der Mitte von der vor etwa 120 Jahren errichteten Bahnlinie zerschnitten. Diese Durchtrennung war ein riesiger Eingriff in dieses Moorgebiet. Doch die Reste haben das wohl einigermaßen verkraftet und begannen sich wieder zu regenerieren. Die Torfschicht eines intakten Moores wächst etwa einen Millimeter pro Jahr. Davon ausgehend schätzen wir das Alter „unseres“ Moores auf etwa 1500 Jahre.

In allen erzgebirgischen Mooren wurde bis in die jüngste Zeit Torf gestochen, um Heizmaterial zu gewinnen. Auch in unserem Moorwald sind noch gut die alten Torfstiche zu erkennen.

Mit dem Kauf dieses Gebietes wollten wir einem Stück ursprünglicher Natur -stark vom Menschen beeinträchtigt- die Möglichkeit geben, sich wieder ungestört zu entwickeln. Die Natur hat große Selbstheilungskräfte und kann tiefgreifende Schädigungen in bestimmtem Maß wieder ausgleichen, wenn man sie nur lässt.

Zu unserer erzgebirgischen Kulturlandschaft gehören neben den Bergwiesen auch die Moore als untrennbarer Bestandteil und als Besonderheit.

Kulturlandschaft braucht auch Wildnis. Deshalb ist unsere Philosophie: Kulturlandschaft pflegen – Wildnis wagen!

Moorwald

Moorwald

Moorwald

Moorwald

Moorwald

Moorwald