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Naturschutz für Jeden


Auch Dreckecken sind wichtig!

Das Betätigungsfeld des Naturschutzes war bisher fast ausschließlich der Außenbereich unserer Kulturlandschaft. Die bebaute Ortslage, der Innenbereich, kommt beim Naturschutz leider zu kurz.

Das Kernziel vieler Planungen im Ort, aber auch der Aktivitäten im privaten Bereich ist das Aufräumen und die Sanierung so genannter „Dreckecken“. Alte Gebäude und Mauern, Vegetationsräume entlang von Mauerfüßen, ungepflegte Gärten und wuchernde, wild wachsende Stellen passen nicht in das Bild des modernen, sauberen, sanierten Dorfes. Aber auch diese Kleinbiotope sind von großer Bedeutung für unsere Dörfer und gehören damit als vollwertige Elemente zu unserer Heimat.

Abwechslungsreiche Bauerngärten mit blumenumfassten Gemüsebeeten dürfen nicht sterilen Ziergehölzen weichen. Blaufichten, Thujahecken, Kurzrasen und Beton werden oft als die „saubere Lösung“ bei der Gestaltung der Gärten angesehen. Eine zu saubere Lösung, denn Tiere und ursprüngliche Pflanzen haben hier keine Chance mehr. Zu saubere Gärten sind eben steril – tot! Lebendige Natur dagegen ist nicht so sauber – in unserem Sinne.

Viele Hecken und wild wachsende Bäume sind in den letzten Jahren dem Ordnungs- und Sauberkeitswahn zum Opfer gefallen. Aber damit wurde leider auch ein Stück Natur aus dem Ort verbannt. Vögel, Kriechtiere und Insekten haben dort keine Lebensgrundlage mehr, ganz abgesehen vom Wert für Luftreinigung und Klima.

Die Eigenart unserer Orte können wir nur bewahren, wenn wir auch die ursprüngliche Natur darin bewahren. Die öffentlichen Träger sind hier in der Verantwortung, aber auch jeder Garten- und Hausbesitzer kann etwas tun.

  • Vorrangig landschaftstypische und standortgerechte Bäume und Sträucher pflanzen! Verzicht auf fremdländische Koniferen und deren Zuchtformen!
  • Den wertvollen Altbaumbestand erhalten! Keinen Baum ohne zwingende Notwendigkeit fällen!
  • Unter Bäumen und Sträuchern geeignete Bodendecker pflanzen, die das Laub aufnehmen können, deren Ausbreitung ermöglichen!
  • Unter Bäumen und Sträuchern kein Laub harken! Von den Wegen abgeharktes Laub kompostieren, nicht verbrennen!
  • Schnittmaßnahmen an frei wachsenden Gehölzen auf Auslichten und in längeren Zeitabständen notwendiges fachgerechtes Verjüngen beschränken!
  • Unter Bäumen und am Rand von Sträuchern, Hecken und Gebüschen sowie in lückigem Rasen Frühjahrsblüher einbringen, deren Ausbreitung ermöglichen!
  • Freiflächen begrünen! Größere Rasenflächen als Wiesenflächen behandeln mit zwei- bis dreimaliger Mahd pro Jahr, Mähgut entfernen ( verfüttern oder kompostieren)!
  • Vorkommende Wildstauden oder -kräuter schützen und in die Gestaltung einbeziehen!
  • Möglichkeiten der Begrünung von Fassaden, Mauern, Zäunen und Altbäumen aus ästhetischen, bautechnischen und ökologischen Gründen nutzen!
  • Trockenmauern, die charakteristischen Pflanzen- und Tiergesellschaften Lebensraum bieten, erhalten!
  • Freiwachsende Gehölz- und Heckenbiotope in naturnahem Zustand belassen (Insekten- und Vogelschutz)!
  • Vogel- und Bienennährgehölze fördern!
  • Nistmöglichkeiten für Vögel und Kleinsäuger anbieten – unter Berücksichtigung der Bausubstanzerhaltung auch in Verbindung mit Bauwerken!